Blasen blubbern - vielleicht nicht nur aus Spass!
Von Denise Baker, Ojai, California


Denise und Denby in 2007
Foto: Ventura County Star

Alle, die einen Corgi besitzen, denken dass ihr Corgi etwas ganz Besonderes ist. Für mich hat mein geliebter Denby diesen Status mehr als verdient. Kann dein Corgi fressen, trinken und blinken? Denby, mein 12 Jahre alter Pembroke, kann seit August 2004 weder fressen, trinken noch blinken. Es war das letzte Mal, dass ich das berühmte Corgi-Grinsen auf seinem hübschen Gesicht sah und das letzte Mal, dass er mir feuchte Welpen-Küsse gab.


Was geschah mit Denby? Es begann mit Luftblasen in einer Wasserschüssel. An einem heissen Augustabend im Jahr 2004 lachte ich, als Denby bei einem Nachbarn in einer durchsichtigen Wasserschüssel blubberte. Was ist er doch für ein talentierter Hund, dachte ich, bis mein Nachbar auf etwas Merkwürdiges aufmerksam machte. Trotz Denbys "Schlabbern" änderte sich der Wasserspiegel nicht. Bei der Suche im Internet nach "Hunde blubbern" fand ich Videos, welche dieses Trick priesen und ich verscheuchte meine Bedenken. Dieser Fehler verfolgt mich bis zum heutigen Tag. Wenn du dir wegen deines Corgis Sorgen machst, dann vertraue nicht dem Internet, sondern suche mit deinem Hund einen Tierarzt auf.

Denby entwickelte sich zum Miesepeter und verbrachte auch immer längere Zeit mit seinem Wassernapf. Schliesslich vereinbarte ich den viel zu lange aufgeschobenen Termin mit der Tierklinik von Oak View. Als ich dem Tierarzt Denbys Gewohnheit erklärte, bat er mich, es ihm zu zeigen. Eine Schüssel mit Wasser wurde in die Konsultation gebracht und Denby tauchte seine Nase ins Wasser und fing an zu blubbern. Der Tierarzt sah mich mit ernster Miene an und sagte: "Ihr Hund ist schwer krank". Wegen des Verdachts auf einen Hirntumor wies er uns an einen Neurologen, der ein MRI veranlasste. Obwohl die Resultate nichts Ungewöhnliches zeigten, war es offensichtlich, dass Denby nicht mehr grimassieren, blinken oder seine Zunge kontrollieren konnte. Schliesslich lautete die Diagnose: idiopathische (d.h. Ursache unbekannt) und leider unheilbare Erkrankung der Hirnnerven.

Die Gewissheit, dass Denby nicht an einem Hinrtumor sterben würde, war eine Erleichterung, aber er konnte nicht länger fressen ohne zu ersticken. Trotz meines Versuchs, ihm Wasser ins Maul zu spritzen, begann er gefährlich zu dehydrieren. Als sich die Situation zuspitzte, wurden unsere Besuche beim Tierarzt alltäglich, Schliesslich stellte mich der Tierarzt vor die Wahl: nichts unternehmen und zusehen, wie Denby dehydriert und immer schwächer wird (was natürlich weder der Tierarzt noch ich zulassen würden), Denby einschläfern oder ihm am Hals eine Ernährungssonde zur Speiseröhre zu implantieren. Durch diese Sonde würde ich Denby mit Nahrung, Wasser und Medizin versorgen können und Zeit gewinnen, um zu sehen, ob sich sein Zustand weiter verschlechtert oder ob er stabil bleibt.

Ich entschied mich für die letztere Option und im Herbst 2004 wurde Denby die erste Ernährungssonde implantiert. Die Ernährung von Denby ist eine Prozedur, die mehrmals täglich und zwischen meinen Arbeitsstunden vorgenommen werden muss. Ich püriere Diäthundefutter und spritze es langsam in die Sonde. So kann Denby schlafen und gleichzeitig Nahrung zu sich nehmen, was man als extremes "Multitasking" bezeichnen könnte!


Denby mit seiner Ernährungssonde

Mit der implantierten Ernährungssonde unterscheidet sich Denbys Alltag nicht von dem jedes anderen Corgis. Eichhörnchen jagen, Frisbees in der Luft fangen (auch nach dem Verlust eines Auges infolge einer Hornhautverletzung im Jahr 2009), Nickerchen an der Sonne und sogar etwas Agility. Sein Leben verlief recht normal bis zum Dezember 2011, als ich zum ersten Mal beim Spaziergang mit Denby ein merkwürdiges Geräusch auf dem Gehsteig hörte. Er schleppte seine rechte Hinterpfote nach. Dieses Mal wartete ich nicht zu und ging mit ihm zum Tierarzt. Bei jenem Besuch war es deutlich, dass Denby seine Hinterpfote nicht mehr zurückbiegen konnte. Der Reflex war nicht mehr da. Wie so viele Jahre zuvor erhielt ich den Bescheid, dass Denby schwer krank war. Er hatte alle Anzeichen von degenerativer Myelopathie und ein Gentest bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen. Diese schleichende und tödliche Krankheit hatte sich Denby ausgesucht, um ihn einer erneuten Herausforderung gegenüber zu stellen.


Denby wurde offizielles Mitglied des Wheelcorgis Club im June 2012, als ihm der rote Rennwagen auf zwei Rädern angepasst wurde, der ihm als Rollstuhl dient. Der Wagen ersetzt seine kurzen Corgi-Beine und Denbys Mangel an Respekt vor Kantsteinen hat ihn schon mehr als einmal über den Haufen geworfen. Er kann immer noch mit seinem Popo wackeln und sich voller Lust auf den Rücken rollen als Zeichen dafür, dass das Leben immer noch lebenswert ist.

Auszug aus einem Blog auf The Daily Corgi
Übersetzung: ANo mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

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22.03.2017