Persistierender Ductus Arteriosus (PDA)

In der Sommer 2011 Ausgabe von Our Corgi World gibt Diana King von der Welsh Corgi League ihrer Besorgnis über Vorfälle von PDA bei Pembrokes Ausdruck.
In Schweden gab es in letzter Zeit mehrere Fälle von PDA bei Pembrokes aus ganz unterschiedlichen Kombinationen.
Auch in Dänemark gab es im Lauf der letzten 10 Jahre einige wenige Fälle von PDA.

Um was geht es bei PDA?
Der PDA ist die häufigste angeborene Herzerkrankung beim Hund. Es handelt sich dabei um eine fehlerhafte Verbindung zwischen Körperschlagader (Aorta) und Lungenschlagader (Pulmonalarterie). Diese Verbindung besteht bei jedem Säugetierembryo vor der Geburt und sollte sich einige Stunden bis Tage nach der Geburt verschliessen. Bleibt dieser Verschluss aus, spricht man von einem PDA. Dabei kommt es dazu, dass ein Teil des aus der Lunge und dem linken Herzen kommenden Blutes von der Aorta in die Pulmonalarterie fliesst (anstatt nur in den Körperkreislauf zu gelangen), erneut die Lunge passiert und wieder dem linken Herzen zugeführt wird. Diese Rezirkulation des Blutes durch den Lungenkreislauf und das linke Herz führt zu einer Vergrösserung der linken Herzhälfte.

Der PDA ist eine angeborene Herzerkrankung, das heisst, dass sie von Geburt an besteht. Es handelt sich um eine vererbbare Erkrankung. Tiere mit einem PDA sollten daher nicht zur Zucht verwendet werden. Geschwister betroffener Tiere sollten ebenfalls auf den Defekt untersucht werden, Eltern betroffener Tiere sollten nicht mehr in der Zucht eingesetzt werden (oder zumindest sollte die Kombination von Rüde und Hündin nicht wiederholt werden).

Das Hauptanzeichen eines PDA ist ein lautes Herzgeräusch, das ein Tierarzt bei der Impf- oder Gesundheitsvorsorgeuntersuchung feststellen kann. Fällt ein Herzgeräusch bei einem jungen Hund auf, sollte dies in jedem Fall mittels Herzultraschall weiter abgeklärt werden. So kann mit einer frühzeitigen Vorstellung beim Kardiologen und einem rechtzeitigen PDA-Verschluss in vielen Fällen vermieden werden, dass klinische Symptome auftreten. Das Hauptsymptom des PDA, welches dem Besitzer auffällt, wäre Husten aufgrund eines Lungenödems (= Wasseransammlung in der Lunge). Des Weiteren kann in schwereren Fällen auch Leistungsschwäche auftreten, bedingt durch Herzrhythmusstörungen oder schlechte Herzleistung.

Erfolgt der Verschluss des abnormalen Gefässes früh genug, hat der Patient nach erfolgreichem Verschluss eine normale Lebenserwartung. Der Verschluss kann mittels Katheter erfolgen. Dabei handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff mit einer relativ niedrigen Komplikationsrate. Eine kleine Drahtspirale oder ein Drahtkörbchen wird über einen Katheter in den PDA verbracht und dieser damit verschlossen.

Das wichtigste für Ihren Hund ist eine gute Lebensqualität! Das heisst: Alles was ihm Spass macht, soll er auch tun (spielen, Gassi gehen, usw.. Von dieser Regel gibt es leider ein paar Ausnahmen. So sollte Ihr Hund zum Beispiel möglichst keine salzigen Speisen vom Tisch zu fressen bekommen, da zu viel Salz Herzpatienten schaden kann. Sie sollten Ihrem Hund auch keine Tätigkeiten zumuten, bei denen er zu körperlicher Anstrengung "gezwungen" wird).

Quellennachweis: Dr. Lisa Keller, Diplomate ACVIM (Cardiology), AniCura Tierklinik Haar, Deutschland

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10.04.2020