Ein Märchen aus Wales von Kim Campbell Thornton Wales ist ein Land der Märchen, mit Burgen hinter jeder Wegbiegung und Elfen oder Feen hinter jedem Menhir (Hinkelstein). So ist es nicht verwunderlich, dass es in Wales auch Elfenhunde gibt, und hier ist die Geschichte über den Ursprung des Corgi. Königin Mab klatschte in ihre Hände. "Ich langweile mich" rief sie, "lasst uns ausreiten!" Sofort erschien vor der Elfenkönigin ein kleiner rot-weisser Hund, der ein goldenes Halsband mit einem goldenen Glöckchen trug. Auf seinem Rücken lag ein winziger Sattel aus feinstem Leder und ziseliertem Silber. Ähnliche Hunde tauchten vor den anderen Mitgliedern des Elfenhofs auf. Jeder setzte sich auf den Rücken seines Zauberhunds und angeführt von Königin Mab und ihrem Jägersmann Dark Edric ritten sie aus den Höhlen der Hügel. Im Schein des Mondes flogen sie durch die walisischen Wälder. ![]() Plötzlich stiess einer der Elfen einen Schrei aus. Sein Reittier hatte die eiserne Falle eines Wilderers gestreift! Der Kontakt mit Eisen bedeutet für Elfen den sicheren Tod und der Höfling und sein kleiner Hund wurden von der Kraft des Metalls zu Boden geschleudert. Die anderen Elfen scharten sich um sie, hielten sich aber auf Distanz, um von dem kalten Eisen nicht ebenfalls zur Strecke gebracht zu werden. "Was sollen wir tun", fragte Königin Mab. "Wir können sie hier doch nicht einfach sterben lassen". Eine kleine, zaghafte Stimme durchbrach die Stille, die ihren Worten folgte. Ein Menschenkind guckte hinter einem Baum hervor, seine verängstigte Schwester neben ihm. Der Knabe sagte: "Wenn Eure Majestät wünscht, kann ich die Falle wegschieben, so dass sie die beiden nicht mehr berührt. Und meine Schwester kennt sich mit Heilkräutern aus. Sie kann vielleicht ihre Schmerzen lindern". "Was macht ihr denn hier zu dieser späten Zeit, Knabe" wollte die Königin wissen. "Wisst ihr nicht, dass die Nacht für Sterbliche viele Gefahren birgt". "Mein Vater ist Schafhirt", antwortete der Knabe. "Unser bestes Schaf ist verschwunden, und wenn wir es nicht finden, werden wir Hunger leiden". "Rettet meine Freunde", sagte die Königin, "und ich werde es euch um das Vielfache vergelten". Der Knabe und seine Schwester zerrten die schwere Falle weg, bis sie keinen Schaden mehr anrichten konnte. Dann sammelte das Mädchen Eichenrinde und Brombeerblätter, welche es im Bach anfeuchtete und daraus einen schmerzlindernden Umschlag machte. Dank der heilenden Kräfte der Kräuter waren der Elf und sein Reithund bald wieder wohlauf. "Ich habe euch eine Belohnung versprochen" sagte Königin Mab. Sie läutete zweimal mit dem goldenen Glöckchen, das ihr Hund um den Hals trug. Zwei rot-weisse Welpen erschienen. Sie hatten kurze Beine, waren stark und robust, mit dunkeln Augen die von Intelligenz funkelten. "Das sind Elfenhunde" sagte Königin Mab. "Sie sind schnell, klug und treu, und sie können sowohl Vieh wie Schafe hüten. Seid gut zu ihnen und ihr werdet eure Tiere nie mehr verlieren". Dann klatschte sie in ihre Hände, worauf sie und ihr Gefolge verschwanden. Nur die beiden Welpen blieben zurück. ![]() Die Familie des Hirten wurde wohlhabend und die Elfenhunde bekamen Welpen. Die Corgis, wie sie genannt wurden - "cor" bedeutet auf Walisisch Zwerg und "gi" Hund - waren im ganzen Land hoch geschätzt wegen ihrer Hüteeigenschaften. Als Zeichen ihres Ursprungs als Reittier der Elfen trugen alle Spuren des Sattels oder Geschirrs hinter den Schultern. Und am Johannistag, wenn die Hunde ganz ausnahmsweise etwas müde waren, nickten die Hirten weise mit dem Kopf. Sie wussten, dass die Elfen jedes Jahr in der Mittsommernacht zurückkamen, um auf den Corgis zu reiten, damit sie nie vergessen sollten, woher sie kamen.
Gefunden im Internet und übersetzt von ANo
15.01.2023 |