Das Weihnachtsmärchen eines Hundes

Wir hielten bei einem verschneiten Park. Hier waren wir noch nie! Mein Besitzer nahm mir das Halsband ab und warf einen Ball. Ich jagte ihm nach. Wir hatten dieses Spiel schon lange nicht mehr gespielt! Aber als ich zurückkam, war mein Besitzer weg. Verwirrt schnüffelte ich herum, aber ich fand keine vertrauten Gerüche. Ich war verloren und allein. Also begann ich herumzustreifen.

An einem Ort im Park sah ich eine grosse Menge glücklicher und lachender Menschen. Der Weihnachtsmann war dort mit seinem Schlitten und Rentier. Er verteilte Geschenke. Ich rannte hin, aber ich löste wütende Rufe aus und wurde fortgejagt.

Alsdann traf ich auf eine Frau, die auf einer Bank sass. Sie hatte einen Hund bei sich. Ich näherte mich, schwanzwedelnd, aber sie drohte mir mit einem Stock. Traurig und mit dem Gefühl, dass ich unerwünscht war, ging ich weiter.

Ich verstand gar nichts mehr. Ich hatte immer versucht, ein guter Hund zu sein. Ich war stubenrein und verursachte keine Probleme. Warum also hatte man mich allein gelassen in einer Welt, die ich nicht verstand?

Es begann zu schneien. Der Wind ging durch Mark und Bein. Ich war verloren, mir war kalt und ich hatte Hunger und Angst.

Ich passierte einen Ladeneingang. Ein alter Mann sass dort. Er rief mir leise zu. Vorsichtig ging ich auf ihn zu. Er kraulte mich zwischen den Ohren und sprach sanft zu mir. Ich liess mich neben ihm nieder und er legte seinen Mantel über mich.


Bald standen wir auf und ich ging neben ihm. Wir begaben uns zu einer grossen Halle. Drinnen war es warm. Viele Leute kamen auf uns zu und machten ein grosses Aufheben um mich. Ich war willkommen!

Sie gaben mir eine grosse Schüssel mit Truthahn, Rüben und Sauce. Danach wurde Musik gespielt und alle sangen Weihnachtslieder.

Viel später gab man mir eine Decke, worauf ich schlafen konnte. Sie lag auf dem Boden neben meinem neuen Freund. Ich kletterte auf sein Bett und er schlug seine Arme um mich. Da lagen wir, Mann und Hund, zwei unerwünschte und ungeliebte Streuner. Aber an diesem Tag genoss ich gutes Futter, Wärme, Güte und Gesellschaft. Ich war zufrieden.

Die Kirchenglocken läuteten Weihnachten ein.

Trevor Williams

Übersetzung ANo
Graphik Billie Stahl
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11.12.2015