Telepathische Tierkommunikation

Hund beim Psychologen Mein Besitzer versteht mich nicht!

Zwischen der Tierkommunikatorin und einer Hundebesitzerin entspann sich ein merkwürdiger Dialog in Anbetracht dessen, dass die beiden sich nicht von früher kannten.

Die Tierkommunkatorin leitete das Gespräch mit folgender Frage ein:
- Dein Hund ist beunruhigt über die Situation in der Familie. Hast du etwas dagegen, dass ich diese hier diskutiere?
- Nein, das ist in Ordnung, antwortete die Hundebesitzerin selbstsicher.
- Es beschäftigt deinen Hund, was aus der Beziehung zwischen X und Y werden wird.
- ?!-
Er möchte, dass es zwischen den beiden Personen zu einer Klärung kommt. Ist es dir möglich, die Situation zu beeinflussen?
Die Hundebesitzerin schaute verdutzt auf die Tierkommunikatorin, auf uns und auf ihren Hund.
- Möchte er wissen, ob ich etwas tun kann?
- Ja, genau das möchte er.
Die Hundebesitzerin murmelte etwas, dass sie sehen müsse, was sie tun könne, während ihr Blick wiederum zwischen der Tierkommunikatorin, uns und dem Hund schweifte. Dann schien ihr plötzlich ein neuer Gedanke einzufallen und sie wandte sich erneut an die Tierkommunikatorin:
- Gut, jetzt weiss ich das. Aber erwähnte der Hund etwas von Z?
- Nein, sagte die Tierkommunikatorin, warum?
- Äh, nein. Nichts, nein, gar nichts.
Und dann bedankte sich die Hundebesitzerin für die interessante Auskunft, die sie erhalten hatte, und verliess den Raum mit einem Stirnrunzeln und einem neugierigen Blick auf ihren Hund.
* * * * *
Mitte Juni hatte ich in Bergen an einem Basiskurs für telepathische Kommunikation mit Tieren teilgenommen, der von der Amerikanerin Amelia Kinkade geleitet wurde. Wie viele Menschen, die sich mit alternativen Methoden beschäftigen, hat sie ihren Wohnsitz in Kalifornien. Ich hatte zuvor ihr Buch "Lerne mit Tieren zu sprechen - sie antworten Dir" gelesen und konnte mir ungefähr vorstellen, um was es bei diesem Kurs gehen sollte. Unter den Teilnehmern waren Neugierige, Talentierte, nicht so Talentierte - und wir anderen.

Es war interessant zu sehen, dass sich unter den rund 100 Teilnehmern nur 5 Männer befanden, aber Frauen interessieren sich nun mal mehr für alternative Themen.

Im Laufe der zwei Kurstage machten wir nach einander die Bekanntschaft von drei Hunden, einer Katze, einem Pferd, einem Schwein, einer Ratte und einem Kakadu. Der Vogel verriet einzelnen talentierten Zuhörerinnen und Zuhörern, dass er von seiner früheren Besitzerfamilie des Mordes an einem Wellensittich beschuldigt und deshalb umplatziert worden war. Und er erzählte weiter, dass eine fremde Katze durch ein offenes Fenster gekommen war und den Sittich getötet hatte - "Ich bin unschuldig". Das war nur eine der Auskünfte, die später von einem äusserst verblüfften Kakadubesitzer bestätigt wurden.

Nebst dem eingangs erwähnten Hund, der über Beziehungen in der Familie plauderte, war die redselige Katze, die soeben zum ersten Mal in ihrem Leben Thunfisch bekommen hatte und den Zeitpunkt verschiedener Vorfälle arg durcheinander brachte (alles wurde vom Besitzer bestätigt, nur die Reihenfolge der Episoden wurde korrigiert), das Minischwein mit Liebeskummer und das kleine Fjordpferd, das sich über eine scheuernde Schnalle am Sattel beklagte, wenn es den grossen schweren Mann auf seinem Rücken trug, nicht aber wenn die kleine Frau es ritt.

Wir waren gebeten worden, gute Fotos von unseren Tieren mitzubringen, wobei vor allem die Augen gut zum Ausdruck kommen sollten. Mit Fotos verschiedener Tiere in den Händen sollten wir nun versuchen, mit diesen zu kommunizieren. Ich erhielt ein Foto eines Dackels mit grossen, aufmerksamen Augen und begann mit alltäglichen Fragen, wie wir es gelernt hatten (beginne mit etwas Neutralem, wie bei der Einleitung zu jedem guten Gespräch!). Ich erkundigte mich nach seinem Lieblingsspiel und sah vor meinem inneren Auge einen zweifarbigen Ball im Gras. - "Wo schläfst du normalerweise?" Nun erschien eine Bastmatte auf einem mit Schieferplatten belegten Boden. "Und wo schläfst du am liebsten?" Da sah ich den Dackel schlafend auf einem blauen Sofa. Danach hatte er keine Zeit mehr für mich und verschwand.
Seine Besitzerin konnte nachher alles bestätigen, auch dass der Hund nur bei besonderen Gelegenheiten auf dem blauen Sofa schlafen durfte.

Einzelne Teilnehmer hatten nur wenig zu berichten, andere konnten über viele verschiedene Themen und Einzelheiten erzählen, die das Tier ihnen mitgeteilt hatte.

Welpe Was er wohl denkt?

Oft ist es schwierig, mit Tieren zu kommunizieren, die wir kennen, gerade weil wir sie kennen! Wenn wir mit Tieren kommunizieren und Fragen stellen, ist immer der erste Gedanke, der sich meldet, der korrekte. Danach wird der Eindruck von unseren eigenen Gedanken, Einstellungen und Meinungen verwischt. Es gilt also dem ersten Eindruck zu vertrauen.

Bjørn Range, Kolbotn, Norwegen
Aus der norwegischen Corgipost 3/2007.
Übersetzung: ANo

Bjørn Range scheint zu den "Talentierten" zu gehören. Er hatte mehrere Fotos seiner Corgis mitgenommen, aber nur ein Foto wurde ausgehändigt und leider gelang es der betreffenden Kursteilnehmerin nicht, einen Kontakt herzustellen.

05.01.2011