Lady, der Hund meiner Kindheit

Die früheste Erinnerung meiner Kindheit ist der Tag, an dem ich einen Welpen erhielt. Ich war damals noch nicht einmal drei Jahre alt, aber es ist, wie wenn es gestern geschehen wäre. Es ist die einzige klare Erinnerung an ein Ereignis in meiner frühen Kindheit - und muss einen grossen Eindruck gemacht haben. Es war auch der Beginn meines Lebens mit Hunden.

Lady war eine Pembroke Welpe und kam von Beret Odden im Bøverdalen. Die Eltern des Wurfs hatte Beret Oddens Sohn Gudmund Ende 1958 aus England mitgebracht, damit seine Mutter auf dem Kleinbesitz im Bøverdalen, einem Tal in der Kommune Lom, nicht allein sein sollte.


Bøverdalen

Das neue Heim des Welpen befand sich in Vågå, der Nachbarkommune von Lom, und war der perfekte Ort für einen Hund. Lady kam auf den Hof Sygard Storrvik, einem alten, unter Denkmalschutz stehenden Familienbetrieb mit zahlreichen Gebäuden und unbeschränktem und sicherem Platz, wo sie sich tummeln konnte. Wir hatten alle die Tiere, die zu jener Zeit auf einem Bauernhof gehalten wurden. Darunter war auch eine grosse und widerspenstige Herde von Ziegen. Vielleicht nicht gerade die Art Tiere, für welche die Rasse normalerweise bekannt ist - aber Lady erwies sich als ein fabelhaft tüchtiger Ziegen-Hund. Sie hielt die Ziegen beisammen, indem sie sie in rasendem Tempo umkreiste. Falls eine Ziege ausriss, holte Lady sie sofort ein und brachte sie zur Herde zurück.


Sygard Storrvik

Lady hatte ein wunderbares Gemüt. Sie war sozial und klug und half bei allen Arbeiten aktiv mit, die im Laufe des Jahres auf einem Bauernbetrieb anfallen. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals krank war. Als sich einmal eine Gelegenheit bot, wurde sie vom lokalen Tierarzt geimpft. Das vergass sie nie. Jedes Mal, wenn der Tierarzt auf den Hof kam, um nach einem Tier zu sehen, lag Lady heftig knurrend unter ihrer bevorzugten Bank beim Esstisch.


Lady

Ich hatte ein ganz besonderes Verhältnis zu Lady, wuchsen wir doch buchstäblich zusammen auf. Gross war daher meine Verzweiflung, als bei ihr mit fortschreitendem Alter immer mehr Knoten unter der Haut festgestellt wurden; höchstwahrscheinlich war es Krebs.


Die beiden Fotos habe ich kurz vor ihrem Tod aufgenommen.

Damals war es nicht üblich, Hunde mit speziellem Hundefutter zu füttern. Lady bekam stets die gleiche Kost wie die Bewohner des Hofs. Am besten schmeckten ihr Pfannkuchen, die sie jeweils blitzschnell verschlang.

Lady starb 1973 im Alter von 14 Jahren und ich war untröstlich. Ich weiss nicht genau wann sie geboren wurde und wie viele Geschwister Lady hatte, aber es war bestimmt nicht nur ein Welpe im Wurf. Sie war der einzige Corgi in unserer näheren Umgebung.

Seither habe ich immer einen Hund an meiner Seite gehabt, aber nie mehr einen Corgi. Keiner könnte Lady je ersetzen.

Ola Storvik Bodin

P.S. von Rita Tilley Wilberg:
Ladys Eltern waren Hundleton Hei und Hundleton Sporho (Züchter: Mr. C. Smith, Pembroke) und wurden 1958 von Gudmund Odden importiert. Die Welpen wurden 1959 geboren. Es war soweit bekannt der erste Pembroke Wurf in Norwegen.
Etwas früher und ebenfalls 1958 importierte Ellebeth Galtung den Rüden Coillemohr Red Admiral aus England (Züchterin: Mrs. G.W.O. Howe, Airth, Stirlingshire). Im Jahr darauf importierte sie die Hündin Coillemohr Copper Coin. Der Rüde war der erste Pembroke, der in Norwegen registriert wurde, und die beiden wurden die Eltern des zweiten Pembroke Wurfs in Norwegen.

Aus der norwegischen CorgiPost 1/2014
Übersetzung: ANo mit freundlicher Genehmigung

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www.welshcorgi-news.ch
05.03.2014