Unterwegs mit Edward und Mungo
Von Kevin Egan

Es war ein lebhafter Sommer mit den beiden Jungs, die sich in ihrer gegenseitigen Gesellschaft wohl fühlen. Mungo, der Welpe, gibt seinem natürlichen Bewegungsdrang freien Lauf, wenn er gelegentlich wie wild durch das Haus flitzt. Wenn wir alle Türen offen lassen, sprintet er auch durch den Garten vor und hinter dem Haus. Edward auf der anderen Seite nimmt es gelassen und betrachtet diese Energieausbrüche als unbeteiligter Zuschauer. Er hat längst gelernt, dass die beiden Mahlzeiten immer nach dem Morgen- und Nachmittagsspaziergang serviert werden. Wenn diese beiden Höhepunkte des Tages überstanden sind, braucht er nicht mehr zu beweisen, wie schnell er rennen kann.


Als gegen Ende des Sommers die Äpfel zu fallen begannen, war Mungo damit beschäftigt, sie zum ersten Mal zu kosten, kam aber selten länger als ein paar Bissen und überliess den Rest den Eichhörnchen. Seine Hauptbeschäftigung war Gartenarbeit und leider war es der gepflegte Rasen, der am meisten darunter litt. Wenn er von der Aushebung eines Schützengrabens genug hatte, machte er sich an die verschiedenen Blumentöpfe. Glücklicherweise enthielten sie nur Erde und Kompost, die er ausgrub, um sich danach im Aushub zu wälzen. Die darin enthaltenen Pflanzen hatten wir vorsorglich rechtzeitig ausser Reichweite des Welpen gebracht.

Etwas was Edward als Welpe nie gemacht hat, war an bemalten Fussleisten zu nagen. Er zeigte ein- oder zweimal ein gewisses Interesse an einem Teppichstück, hörte aber schnell damit auf, als ich begann, einen Spray anzuwenden. Mungo auf der anderen Seite verzieht sich in einen Teil des Raumes, wo wir ihn nicht sehen können, und das bedeutet, dass er ein neues Stück Holzleiste gefunden hat, an der er knabbern kann. Mir gehen langsam die unangenehm schmeckenden Gegenstände aus, die ich vor oder auf diese Stellen setzen kann, und der Spray scheint ihn überhaupt nicht zu stören.

Beide haben ein Talent gemeinsam - das Fangen eines Leckerlis! Ich entdeckte es per Zufall, zuerst bei Edward als bei der Zubereitung der Mahlzeit kleine Stücke vom Küchentisch fielen, direkt in ein parates Hundemaul weiter unten. Es ist jetzt ihre Belohnung, wenn sie nach dem Spaziergang sitzen und darauf warten, dass ich ihnen etwas zuwerfe. Jeder hat seine eigene spezielle Methode. Edward sitzt und schaut hoch, ohne zu blinzeln, und öffnet seine Kiefer wie ein Alligator oder Krokodil, dem ein schmackhaftes Stück zugeworfen wird. Seine Kiefer schnappen zusammen und weg ist es! Mungo ist etwas zurückhaltender und hält seinen Kopf leicht schief. Wenn es scheint, dass das Leckerli sein Ziel verfehlt, schnappt er es wie der Blitz und frisst es bedeutend ordentlicher indem er es zuerst zerkaut.


Ein Ereignis, das immer ihre gemeinsame Teilnahme garantiert, ist der Sprint durch den Gang, um bei der Zeremonie der Haustüröffnung dabei zu sein. Das geschieht jedes Mal, wenn jemand kommt. Mungo schlägt Edward normalerweise um ein Knurrhaar, während Edward gegen die Türe poltert wie Polizisten bei einer Razzia und versucht den Deckel des Briefeinwurfs aus den Scharnieren zu reissen und gleichzeitig wie verrückt bellt und kläfft!

Ich befand mich in der Küche, als es das letzte Mal geschah, und als ich die Beiden hörte, schaute ich aus dem Küchenfenster, um zu sehen, wer es war. Ich wusste nicht, dass der Gas- und Stromableser immer noch ängstlich draussen stand, denn er war ausser Sichtbereich. Als ich sah, dass das Gartentor geschlossen war, dachte ich "vielleicht wieder ein falscher Alarm?" und öffnete die Haustür. Oh je! Er war da und hatte sich hinter den Mülltonnen verschanzt, während die beiden Corgis wie der Blitz aus dem Haus schossen und den Eindringling mit wütendem Gebell vertreiben wollten. In der Tat hatte der Ableser seinen Zufluchtsort gut gewählt, denn keiner meiner kleinen Bestien konnte seine improvisierten Schutzschilder durchbrechen. Ich machte daraufhin meinen üblichen Schmatzlaut, um die Hunde abzulenken und sie sausten zurück ins Haus, denn Schmatzen bedeutet, dass es Leckerlis gibt.

Mungo ist selten alleine zu Hause, denn Edward ist immer da. Aber eines Morgens, als Edward unsere Nachbarin auf einen extra Spaziergang mit ihren Hunden begleitete, fuhr ich weg, um lokal ein paar Einkäufe zu tätigen. Ich war nicht mehr als eine halbe Stunde abwesend. Als ich zurückkehrte, begrüsste mich ein kleiner Corgi Welpe mit einem komischen Ausdruck und der Wohnzimmerteppich war übersät mit kleinen braunen Trümmerteilen. Auf dem Sofa lag ein weiterer Haufen davon zusammen mit kleinen farbigen Teilchen. Diese erwiesen sich bei näherem Hinschauen als dünnes Plastik bemalt mit schwarzen und weissen Streifen. Es war offensichtlich das Resultat eines Zerreissrausches, aber was konnte es sein?

Bewaffnet mit Handschaufel und Besen kehrte ich das Ganze zusammen und brachte die Beweisstücke in die Küche für eine genauere Untersuchung. Die braunen Teile erwiesen sich als Kork und die farbigen Partikel als ein fein zerkautes Beispiel wie ein Fotodruck nach einer Kauattacke eines energischen jungen Corgis aussieht! Jetzt wo die Reste im Mülleimer lagen, erkannte ich, dass es sich um die Fragmente eines Untersatzes handelte. Die schwarzen und weissen Teile stammten vom Bild eines Zebras, das einen Untersatz aus Kork zierte. Das Rätsel war vorläufig gelöst. Nun galt es den Rest des Hauses zu durchsuchen, um zu sehen, ob noch andere Spezies der afrikanischen Tierwelt fehlten!

Aus Our Corgi World, Christmas 2017
Übersetzung: ANo mit freundlicher Genehmigung

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29.04.2018