Corgis als Servicehunde

Dass Corgis äusserst intelligent sind, wissen wir alle! Sie kommen punkto Intelligenz gleich nach den Border Collies. Hören Sie also nicht auf Leute, die sagen, dass Corgis zu klein sind, usw., um als Servicehunde zu dienen. Als Blindenführerhunde mögen sie zu tiefgestellt sein, aber als Hörhunde, als Begleithunde für Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBD), als Epilepsie-Warnhunde usw., können sie hervorragende Dienste leisten. Dabei kommt es vor allem auf das Wesen des Hundes an.

Suchen Sie einen Corgi mit einem ausgezeichneten Wesen, vorzugsweise im Alter von mindestens 3 Jahren. Der Corgi muss Kinder und Hunde ignorieren können, selbst wenn sie zu seinen Lieblingen gehören.


Emily, ein Hör-Corgi

Emily ist mein, heute pensionierter, Hörhund. Sie kam zu mir im Alter von 3½ Jahren. Sie war ein Ausstellungshund, hatte aber nie Spass im Ring und wollte lieber arbeiten. Dass ihre Züchterin mit ihr Obedience-Training im Ring machte, war eine gute Voraussetzung für ihre spätere Aufgabe.

Emily hat ein perfektes Wesen und ist die Alphahündin unseres Rudels. Ich könnte mit ihr ins Restaurant gehen und sie würde die ganze Zeit zu meinen Füssen liegen.

Einmal ging ich ins Optikergeschäft des Einkaufszentrums. Ich war dabei, mir die Brillengestelle anzuschauen, als meine Tochter, meine Schwägerin und mein Enkel herein kamen. Meine Tochter ist der grosse Liebling unserer Corgis, aber Emily war bei der Arbeit und rührte sich nicht, während wir uns unterhielten. Ich hatte sie selbst trainiert und sie trug ihre Arbeitsweste. Wenn ich ihr die Weste anzog, sagte ich "Emily Arbeit; keine Leute!". Als ich mit meinem Vorhaben fertig war, gab ich Emily das Kommando: "Emily, stopp Arbeit" und erlaubte ihr, zur Familie zu gehen.

Emily liebte es, zu arbeiten! Während mehr als 11 Jahren begleitete sie mich überall hin. Sie stupste mich ans Bein, um mir etwas mitzuteilen, sie zog mich zur Seite, um einer Frau im Rollstuhl hinter mir Platz zu machen. In den Geschäften sorgte sie dafür, dass ich anhielt, wenn sich jemand mit einem Einkaufswagen näherte, und ich trat nicht länger auf kleine Kinder hinter mir, wenn ich rückwärts ging.

Am schwierigsten war es, sie auf Autos auf Parkplätzen zu trainieren, aber sie rettete mir ein paar Male das Leben.

Viele Leute haben mich gefragt, was ein Hörhund macht, um mich zu warnen. Die Liste ist lang, aber hier sind noch ein paar Beispiele. Emily schläft jeweils neben mir. Wenn der Blitzalarm des Weckers auf der Seite meines Mannes ausgelöst wurde, weckte sie MICH, nicht ihn, mit der Pfote. Falls ich nicht aufwachte, setzte sie sich halbwegs auf mich und "hopste". Jetzt, wo sie nicht mehr gehen kann, liegt sie auf dem Boden, wenn ich am Schreibtisch sitze, und stupst an meinen Fuss oder schlägt ihren Kopf an meinen Stuhl, wobei sie mich jeweils fast zu Tode erschreckt, wenn ich am Lesen bin. Und im Bett steckt sie mir jetzt ihre feuchte Nase ins Gesicht.

Ich finde es interessant, dass Corgis "überlegen", was sie tun sollen und improvisieren können im Gegensatz zu einem routinemässig ausgebildeten Servicehund. Zugegeben, sie sind eigensinnig, denn unser Rüde Corky steht da und überlegt, ob er ins Haus kommen will, wenn ich ihn rufe, oder ob er draussen bleiben will. Das ist der Nachteil. Es ist aber ein ausgesprochener Vorteil bei einem Service-Corgi. Wenn etwas nicht geht, wird Emily etwas anderes versuchen, wie wenn es z.B. darum geht, mich aufzuwecken. Viele von euch haben das kritische Denken eines Corgis in Notsituationen oder bei Gefahr erlebt.

Emily führte sich immer brav auf, wenn sich jemand mit einem anderen Hund näherte. Sie mochte jedoch keine Katzen. Ihr Sohn, unser Corky, ist allergisch auf Katzen und so war es nur gut, dass Emily sich keiner Katze näherte und sich an ihr rieb. Bei der Begegnung mit anderen Hunden, blieb Emily immer an meiner Seite, bis wir weiter gingen, ohne sie je anzuknurren oder sie zu verjagen.

Schliesslich ist da auch noch die Abhängigkeit von einem Servicehund im Gegensatz zu einem normalen Haustier. Jetzt, wo ich Emily nicht mehr an meiner Seite habe und "sehen" kann, was sie hört - ein Auto? Eine Person hinter mir? - gehe ich nur noch selten alleine aus dem Haus, weil ich das vermisse.


Emily an ihrem 15. Geburtstag (22.05.2014)
mit ihrem Lieblingsgericht: gefrorener Vanille-Yoghurt

Emily ist jetzt 15 Jahre alt und ein Rollstuhl-Corgi aufgrund eines Bandscheibenproblems, aber selbst jetzt ist sie sich bewusst, dass sie auf mich aufpassen muss und sich nicht ablenken lassen darf. Das berührt mich immer und deshalb sorge ich jetzt nur für sie. So lange sie lebt, werde ich keinen neuen Hörhund anschaffen. Sie verdient es, bei mir zu sein. Sie ist mein bester Freund.


Emily geniesst einen Ausflug in ihrem neuen Anhänger

Wir haben ein neues Kano, in dem sich Emily viel wohler fühlt als im alten, weil die Seiten weniger hoch sind und sie sich besser hoch halten und umher schauen kann.


Emily geniesst die Kanofahrt auf dem See

Wir versuchen, so viele ihrer normalen Aktivitäten wie möglich beizubehalten. Nur weil du einen behinderten Hund hast, bedeutet das nicht, dass ihr beide immer zu Hause bleiben müsst. Es gilt für euch beide, das Leben zu geniessen. Es gibt immer etwas Interessantes zu unternehmen, wenn auch die Pläne manchmal etwas geändert werden müssen.


Mr Eskimo, Ginny, Emily, Corky (von links nach rechts)

Sue James in Rancocas, NJ
http://www.thegardens.us
Emily's Blog

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www.welshcorgi-news.ch
06.07.2014