Lure Coursing, ein Sport auch für Corgis?

Was ist Lure Coursing
Lure Coursing ist die Simulation einer Sichthetzjagd. Hier wird in einem natürlichen Gelände ein Parcours gesteckt, der möglichst dem Fluchtweg eines Hasen ähnelt. Im Zickzackkurs wird eine Hasenschleppe (künstliches Lockmittel aus Plastik- oder Fellstreifen) auf einer Länge zw. 500m und 1000m gezogen. Die Hunde laufen zu zweit, sind mit roter oder weisser Renndecke bekleidet und können paarweise ihr Jagdverhalten unter Beweis stellen. Das Jagdverhalten wird nach einem Regelwerk von Coursingrichtern bepunktet, wobei Kondition, Gewandtheit, Eifer, Intelligenz und Schnelligkeit einzeln bewertet werden.

Diese Art von Rennen ist normalerweise Windhunden vorbehalten, aber in Amerika steht dieser Sport nun auch für Hunde anderer Rassen im Alter von min. 12 Monaten offen und seit Februar 2011 organisiert der AKC (American Kennel Club) Rennen, wo man seinen Hund testen kann. Bei diesen Tests rennen die Hunde allein und konkurrieren nicht untereinander.
Der Hund muss die Strecke mit Enthusiasmus und ohne Unterbruch innerhalb der gegebenen Zeit absolvieren und entweder hat er das Testrennen bestanden oder nicht.
Es werden insgesamt 4 Titel vergeben. Für den Titel Coursing Ability (CA) muss sich der Hund dreimal unter zwei verschiedenen Richtern an drei verschiedenen Coursing Ability Tests (CAT) qualifizieren.
Liste der AKC Arbeitstitel - Championtitel werden vor und Arbeitstitel nach dem Namen des Hundes gestellt.

Die Strecke sollte eine rechteckige Form haben und die Kurven dürfen nicht schärfer als 90° sein. Die Strecke soll ziemlich genau 600 yard (rund 550 m) messen. Der "Hase" besteht aus Plastikstreifen. Je nach Grösse und Typ des Hundes rennt er entweder die volle Strecke oder 300 yard (rund 275 m).
Dabei wird grosser Wert auf die Sicherheit gelegt. Manche Hunde, die bei Coursing Ability Tests mitmachen, besitzen nicht die Beweglichkeit und Wendigkeit eines Windhunds, und dies muss beim Aufbau der Strecke berücksichtigt werden. Hunde unter 12 inches (30 cm) und/oder kurznasige Rassen rennen 300 yard und müssen diese Strecke innerhalb von 90 Sekunden zurücklegen.

Coursing Corgis
Im Februar 2011 konnten Spencer (Caduceus Spencer Batrille CD HT GN RAE3 OAP NJP CA) und Scout (Grand Ch. Cardiridge Jean Louise Finch HT RN CA) als erste Cardigans den neuen AKC Titel "Coursing Ability (CA)" zu ihren vielen anderen Leistungstiteln hinzufügen. Zudem ist Scout der erste American Grand Champion aller Rassen, der sich mit diesem Titel schmücken kann. Ihre Besitzerin Janet Suber aus Chatanooga, Tennessee schreibt, dass es ein grossartiges Erlebnis war und dass die Neulinge von den Windhundleuten unterstützt und mit Rufen angefeuert wurden.
Mocking Bird Cardigans


Spencer und Scout (vorne)

Veni Harlan, eine Barsoi Züchterin in Baton Rouge, Louisiana, besitzt auch eine Cardigan Hündin, Am.Ch. Cornerstone's Mardi Gras, HT, CGC. Als diese fünf Monate alt war, nahm sie sie mit zu einem Training mit ihrem Barsoi und fand schnell heraus, dass Mardi genau so auf den "Hasen" versessen war wie die fanatischen Whippets. Schliesslich rief jemand, sie solle doch den Corgi rennen lassen und schon raste Mardi davon. Es war eine gerade Strecke und Mardi blieb dem "Hasen" die ganze Zeit auf den Fersen, während alle klatschten und sie bis zum Ziel anfeuerten.
Der "Renn-Cardi" war so populär, dass sie aufgefordert wurde, beim bevorstehenden Rennen des Louisiana Kennel Clubs als "offizielle" Testerin der Bahn zu agieren.
Farfield Borzois


Mardi, der Renn-Cardi

Sue Hallocks Cardigan Louie hatte anlässlich eines Mittelalter-Festivals ebenfalls Gelegenheit, bei einem Rennen mitzumachen. Die Strecke war ungefähr 1/3-1/2 eines Fussballfeldes mit drei Kurven. Was ihm an Tempo fehlte, machte er mit seinem Enthusiasmus wett. Nachher hing seine Zunge raus, aber er verfolgte den "Hasen" konzentriert auf der ganzen Strecke.

Auch Pembrokes zeigen Interesse an Coursing.

Als der Idaho Lure Coursing Club noch aktiv war, hat Kathleen Mallery aus Parma, Idaho mit ihren Pembrokes an Coursing Veranstaltungen teilgenommen. Nie wird sie den ersten Lauf ihrer Hündin Am/Can Ch. Castell Blue Ribbon Special PHC . vergessen. Damals war es einfach eine gerade Strecke. Ribbon jagte dem "Hasen" nach, schüttelte ihn "zu Tode" und brachte ihn zurück. Die Zuschauer waren beeindruckt. Als Ribbon mit dem Kommando "kill!" (mach ihn kaputt!) losgeschickt wurde, schoss sie wie ein Pfeil los, denn Ribbon verband dieses Wort mit einem Spiel, das sie liebte, und das anfängliche Gelächter der Zuschauer wich bald einem erstaunten "Oh, Wow!!"
Castell Pembroke Corgis


Jahre später rannte Ribbon mit 12 Jahren einen vollen Lauf ohne ein einziges Mal anzuhalten.


Ribbon an ihrem 15. Geburtstag

Die Pembroke Hündin Taflar Scott's Sweet Solo von Peggy Newman, Salt Lake City, Utah war während mehreren Jahren das unoffizielle Maskottchen des Utah Windhund Clubs. Peggy nahm Solo mit, wenn sie mit ihrem Whippet zum Training ging, und es zeigte sich, dass Solo auch Interesse zeigte, aber damals durften nur Windhunde an Rennen teilnehmen. Solo erhielt jeweils die Erlaubnis, nach dem Training der Windhunde zu rennen. Sie rannte ungefähr die halbe Strecke, manchmal auch etwas mehr, was sie für den Titel Junior Cursor (JC) qualifiziert hätte. Solo hatte ihren eigenen Fan Club und schon bald wurde Peggy Newman an den Samstagen gefragt, ob sie am Sonntag ihren Corgi rennen lassen werde. Die Richter fanden, dass sie genau so eifrig dem "Hasen" nachjagte wie die Windhunde. Das einzige Mal, dass sie Mühe hatte, dem Hasen zu folgen, war, als das Gras ihr 30 cm über den Kopf reichte. Fortan wurde das Gras gemäht, denn auch die Basenjis hatten Mühe!!


Solo - Foto: Leaping Lizards Photography

Man darf also die kurzbeinigen Corgis nicht unterschätzen.

Coursing Corgi auf YouTube
www.youtube.com/watch?v=e7w12VL7CQQ
Was sich wie ein Entengeschnatter anhört, ist der Motor der Seilwinde!

Übersetzung: ANo
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www.welshcorgi-news.ch
25.05.2013