Annies erstes Hunde-Military

Hunde-Military hat überhaupt nichts mit "Militär" zu tun, man könnte es eher als anspruchsvolle Spassralley beschreiben. In der Schweiz sind diese Veranstaltungen äusserst beliebt, immer mehr Hundevereine bieten diesen "Plausch" für Hund und Meister an. Bis zu 600 (!) Hunde nehmen an derartigen Ralleys teil, und jedes Wochenende lässt sich ein Veranstaltungsort finden.

Es sind acht Posten zu bewältigen, die Strecke beträgt ca. 10 Kilometer. Bei jedem Einsatz sind Punkte zu gewinnen, maximal 20. Ausserdem kann man einmal einen Joker setzen, der die erreichte Punktezahl verdoppelt. Der Haken daran ist, dass man den Joker setzen muss, bevor man den Posten in Angriff nimmt...

Am 1. Mai 2003 machen Annie (14 Monate) und ich uns also auf den Weg zum Hunde-Military. Die Witterung ist gut, nicht zu warm, Wasser im Rucksack und vor allem Würstli in der Tasche sind reichlich vorhanden. Die vielen Hunde (ca. 380!), das Gebell, die Menschen sind für Annie aufregend, doch zügig nehmen wir den Weg unter die Füsse zu

Posten 1: Annie darf sitzen, ich bin gefragt, in einem Sack Gegenstände zu ertasten. Was könnte das sein? Eine Batterie, eine Hundemarke, ein Ring, Taschentücher etc. Einige Punkte werden mir eingetragen (es hätten mehr sein können!). Weiter geht es auf schönen Wanderwegen, wo die Hunde alle frei laufen können.

Posten 2: Annie wird auf ein Tuch gesetzt, ich muss sie ziehen, sie soll ruhig sitzen bleiben. Das Vertrauen reicht ca. für die Hälfte der Strecke, dann hat Annie genug von dieser Art der Fortbewegung.

Weiter zu Posten 3: Ein Strohhaufen, darin sind drei Filmdöschen mit Guetzli versteckt. Der Hund muss in einer Minute die drei Döschen finden und wenn möglich apportieren. Annie legt sich mächtig ins Zeug, schnüffelt, scharrt und findet die drei Gegenstände, leider etwas über dem Zeitlimit.

Posten 4: Ich hänge zwei Kesselchen über den Rücken von Annie, fülle diese mit Wasser, nun gilt es, möglichst viel von der Flüssigkeit von A nach B zu tragen. Annie geht langsam, gelockt mit Würstli vor der Nase. Wir können noch viel Wasser abliefern.

An Posten 5 dann ein völlig falsch gesetzter Joker. Ich vertraue auf das Abrufen, das sonst perfekt funktioniert. Annie soll zu mir rennen, doch links und rechts des Weges stehen Becher mit Würstli. Nachdem Annie Anlauf genommen hat, um ein gehorsamer Hund zu sein, merkt sie plötzlich, naja, da riecht´s ja toll... und sie räumt alle Becherchen leer. Punktezahl = Null (mal zwei).

Posten 6: Annie sitzt vor einem Kübel, ich soll drei Bälle über Annie hinweg in den Kübel werfen, der Hund muss sitzen bleiben. Da Frauchen nicht so geschickt ist und mit dem zweiten Ball den Kopf von Annie anstelle des Kübels trifft, findet Annie die Situation nicht mehr ganz geheuer, aber sie steht "nur" auf.

Annie
Annie an einem Mobility Tag der SKG Dübendorf

Posten 7: Mit Skiern geht es über einen Laufsteg und eine Wippe, Annie auf der rechten Seite geführt muss auch über eine kleine Wippe. Es ist ein Krampf, doch wir schaffen beide diese Hindernisse.

Posten 8: Annie bekommt Söckli angezogen, damit soll sie einen Slalom bewältigen, ich renne daneben her. Die Söckli sind zu gross, rutschen weg, und Annie findet, sie könne die Last auch wegbeissen.

Müde und zufrieden kommen wir ins Ziel, zur Verpflegung, zum Trinken, zur Preisverleihung. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende, und das nächste Military wird sicher schon bald sein!

Ursula Fenkart mit Annie

Aus Corgi-Post 3/2003 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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03.05.2010